#38 Singapur Sling im 57. Stock

Ich werde durchgeschüttelt, fahre eine Achterbahn nach der anderen, werde hin und her geschleudert ohne zu wissen, wo oben und unten ist. Schließlich öffne ich meine Augen und finde mich im Hotelzimmer wieder. Langsam versiegen die lebendigen Erinnerungen an den gestrigen Tag. Die Sonne strahlt mir ins Gesicht, der Handywecker klingelt und weist dezent auf den prall gefüllten Tagesplan hin. Singapur, wir kommen!

Die erste Station ist mal wieder das üppige Buffet, das wir bequem mit dem Fahrstuhl ansteuern. Geschäftsleute und Touristen teilen sich hier wieder einmal Frühstück, Mittag und Nachtisch in einem. Während wir uns mit allerlei Speisen stärken, gehen wir noch einmal ganz genau den Plan durch, der uns bis tief in die Nacht auf Trab halten wird. Auch heute entscheiden wir uns wieder die weiten Wege mit dem Taxi zurückzulegen, wodurch wir für den kompletten Singapur-Aufenthalt bei insgesamt ca. 80€ Taxikosten landen – mehr als ok, wie wir finden.

Wir bewaffnen uns beide mit unseren prall gefüllten Rucksäcken. Zu allem Überfluss ist heute wieder Waschtag. Glücklicherweise liegt das erste Ziel ganz in der Nähe: Little India. Unser Weg führt an mehreren Hotels vorbei bis schließlich kleinere und exotischere Gebäude die Straßen säumen. Die Bürgersteige sind mit Ausstellungsstücken, CDs, und allerlei Krimskrams  gepflastert. Schaut man in die umliegenden Läden hinein, wird man von der Fülle geradezu erschlagen. Die Wände scheinen mit sonderbaren Figuren geradezu tapeziert zu sein. Überall weht der Duft der Räucherstäbchen. Ganz nebenbei können wir uns dort von der prallen Sonne erholen. Der Schweiß auf der Stirn ist hier unser ständiger Begleiter. Und für heute ist wolkenloser Himmel angesagt, das kann heiter werden.

Dann entdecken wir den ersten Hinduistischen Tempel. Dutzende Schuhe stehen vor dem Eingangsbereich. Auch wir stellen unsere ab und betreten Barfuß mit Socken den ersten Tempel. Frauen müssen darauf achten, dass die Kleidung bis über Knie und Schulter reicht. Hotpants sind hier nicht gern gesehen. Als Abhilfe gibt es aber noch große Tücher in allen Farben. In dem Tempel herrscht reges Leben. Die Menschen beten, bringen Opfergaben (Obst, duftende Blüten), Räucherstäbchen qualmen. Unzählige Figuren starren einen aus jeder Ecke des Raumes an. Gebilde mit mehreren Armen, mehreren Köpfen oder mit Tiergesichtern. Auch die Gemälde strahlen in bunten Farben und ich muss mich zusammenreißen, nicht jede einzelne zu fotografieren.

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3 weitere Tempel später suchen wir am Straßenrand mit verbrannten Füßen (schon blöd, wenn der Tempel praktisch aus einem riesigen Platz mit vereinzelten Gebäuden besteht) ein Taxi, das uns zum nächsten Zielort bringt: Little China. Wir werden schnell fündig und können die kurze Pause wirklich gut gebrauchen. Als erstes betreten wir eine riesige Markthalle, in der wir uns erstmal einen Zuckerrohrsaft und zum späten Mittag eine Ente gönnen, während unsere Wäsche im Selbstbedienungs-Waschsalon gründlichst gereinigt wird. Quasi gegenüber befindet sich der Buddha Tooth Relic Temple. Auch hier verbringen wir fast eine Stunde, nur um die unzähligen Figuren und imposant eingerichteten Säle zu bestaunen.

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Ich schaue auf die Uhr. Höchste Zeit um Richtung Marina Bay aufzubrechen. Diesen Wg legen wir zu Fuß zurück und erleben sozusagen im Schritttempo, wie die traditionellen Wohngebäude und Tempel in eine Bankenmetropole übergehen. Hier scheint wirklich jeder an den Wolken kratzen zu wollen. Wir spazieren durch das „Marina Bay Sands“-Kaufhaus und stehen schließlich bei Nacht vor dem Marina Bay Hotel. Hier sieht man nur noch Luxusautos und die Zimmerpreise möchte man hier lieber nicht wissen. Für 50$ dürfen wir in den Fahrstuhl steigen, der uns in den 57. Stock bringt. Dort angekommen genießen wir erstmal einen Cocktail und die beeindruckende Aussicht über Singapur. Hier könnten wir die ganze Nacht verbringen. Die Zeit für Abschied ist aber längst nicht gekommen: Die nächste Station lautet Nacht-Safari im Zoo von Singapur!

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Little China mit opulentem Bankenviertel im Hintergrund
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Das Marina Bay Sands Kaufhaus – Hier gibt es wirklich alles
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Das nenne ich mal eine Skybar
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So sieht Erschöpfung an einem langen Tag aus, aber halt… da kommt doch noch der Zoo-Besuch
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Good Bye Singapur ❤

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